Die Bewerbungsunterlagen - was in die Bewerbung gehört

Nachdem die Wunsch-Position identifiziert ist und Sie sich über Ihre eigenen Stärken und Schwächen bewusst geworden sind, geht es an die Erstellung der Bewerbungsunterlagen. Aber was genau soll eigentlich mitgeschickt werden und was unterscheidet die Email-Bewerbung von der klassischen Bewerbung per Brief? Darauf wollen wir hier eingehen. Einmal zur Beruhigung vorneweg: Sie können sich vorbereiten und eine Vielzahl von Stolpersteinen bei der Bewerbung vermeiden! Aber, ... nur dass das klar ist, Sie sollten genau das eben auch tun, weil Sie sonst gegebenenfalls schon als Kandidat ausscheiden, ohne dass auch nur einer einen näheren Blick auf oder in Ihre Unterlagen investiert hat. Wir zeigen wie es richtig geht! Hier und noch besser in unserem Bewerbungstraining.

Was uns die Personalpraxis lehrt - Die K.O.-Kriterien kennen

Viele Bewerber disqualifizieren sich, weil Sie nicht die notwendige Sorgfalt walten lassen. So fehlen beispielsweise Ansprechpartner oder es wird auf Personen Bezug genommen, die nicht mehr oder noch nie im Unternehmen gearbeitet haben. Häufig ist erkennbar, dass der Bewerber es sich mit Copy-and-Paste einfach machen will. Personaler sortieren gnadenlos Bewerbungen aus, wenn Rechtschreib- oder Grammatikfehler enthalten sind. Ist die Motivation eines Bewerbers nicht erkennbar oder fehlt der Unternehmensbezug, sind Sie nicht für das Unternehmen interessant. Und hier sind wir beim Punkt: Es heißt Bewerbung! Werben Sie für sich als Kandidat. Machen Sie sich interessant aber bleiben Sie immer bei der Wahrheit. Wie das geht, zeigen wir Ihnen gern. Zunächst möchten wir dafür die wichtigsten Begriffe klären. Auf den folgenden Seiten finden Sie dann die jeweils wichtigsten Punkte die dabei zu beachten sind.


Experten-Tipp 7 - Machen Sie sich interessant!

Werben Sie für sich als Kandidat. Die Bewerbung ist dabei die erste Arbeitsprobe. Der Personaler oder die Führungskraft soll Lust darauf bekommen, Sie kennen zu lernen. Investieren Sie in Ihre Bewerbung ausreichend Zeit und Energie! Arbeiten Sie sorgfältig und vergessen Sie keine Dokumente. Stellen Sie immer einen klaren Unternehmensbezug her! Zeigen Sie Ihre Motivation und Leistungsbereitschaft!



Mit dem Anschreiben punkten

Das Bewerbungsanschreiben oder auch einfach nur Anschreiben stellt die erste Seite Ihrer Bewerbung dar und zählt zu den Pflichtbestandteilen einer Bewerbung. Dabei sollte möglichst der korrekte Ansprechpartner benannt werden. Viele Personaler überfliegen das Anschreiben zunächst nur und entscheiden beispielsweise aufgrund der Gliederung, der Einstiegs- und Schlussformulierung, ob es sich für lohnt, sich näher mit der Bewerbung zu beschäftigen. Neben den eigenen Kontaktdaten ist vor allem der Bezug zum Unternehmen herauszustellen.


Mit dem Deckblatt Orientierung anbieten

Immer mehr setzt sich das Deckblatt durch. Insbesondere bei klassischen Bewerbungen per Post. Dieses gilt jedoch nicht als Pflichbestandteil. Obwohl es Deckblatt heißt, wird es hinter dem Anschreiben als Deckblatt vor dem Lebenslauf und den Anlagen positioniert. Es dient, um den Bewerber ins rechte Licht zu rücken. Daher enthält es in der Regel den Namen, die angestrebte Position und ein ausdrucksstarkes Bewerbungsfoto. Bei diesem aktuellen Foto dürfen Sie übrigens sehr gern lächeln und sich von Ihrer Schokoladenseite zeigen. Deshalb fragen Sie hier bitte einen Fotografen und nehmen Abstand von der Verwendung von biometrischen Passbildern oder 'Schnappschüssen'.

Der Lebenslauf - Alles, was der Personaler wissen muss

Wiederum Pflichtbestandteil Ihrer Bewerbung ist der Lebenslauf oder CV (Curriculum Vitae). Sollten Sie kein Deckblatt verwenden, folgt er dem Anschreiben. Der Lebenslauf ist das am meisten beachtete Dokument Ihrer Bewerbung. Der Leser möchte hier erfahren, was Sie bisher gemacht haben. Dabei dürfen Sie gern chronologisch-rückwärts vorgehen. Dabei wird beispielsweise nach Ausbildung und beruflichen Stationen gegliedert. Außerdem können Sie weitere Qualifikationen, Erfolge und Kompetenzen hervorheben. Darüber hinaus gehören Ihre Persönlichen Daten, Kontaktdaten und - zumindest in Deutschland - ein Bewerbungsfoto in den Lebenslauf, wenn dieses nicht schon im Deckblatt enthalten ist.


Die relevanten Qualifikationen gut strukturieren

Die Anlagen vereinen Ihre Nachweise für Qualifikationen und Ihre aufgeführten Erfahrungen. Deshalb gehören beispielsweise Schulzeugnisse, Akademische Abschlusszeugnisse aber auch Bescheinigungen über Fortbildungen und Arbeits- sowie Praktikumszeugnisse in die Anlagen. Außerdem denkbar sind Kopien vom Führerschein sowie weitere relevante oder geforderte Zeugnisse und Zertifikate. Auch Sprachnachweise oder Teilnahmebescheinigungen von Software-Schulungen oder Weiterbildungskursen legen Sie bei. Und hier noch ein Tipp: Machen Sie es dem Personaler einfach, sich in Ihren Anlagen zurecht zu finden. Bieten Sie ihm oder ihr ein Inhaltsverzeichnis an und strukturieren Sie dabei sinnvoll. Ersparen Sie dem Leser aber auch unnötige Dokumente. Insbesondere bei der Email- bzw. Online-Bewerbung fassen Sie alle Anlagen in einem PDF Dokument zusammen und bezeichnen dieses sinnvoll. Nichts nervt einen Personaler mehr, als sich 20 einzelne Dokumente herunterzuladen und diese nacheinander anzuschauen.

Anlagen bei einer Bewerbung

Die Dritte Seite und andere Bewerbungsdokumente

Manchmal wird auch ein Motivationsschreiben gefordert. Oder aber Sie legen dieses selbst bei, weil Ihnen das Anschreiben mit maximal einer Seite nicht ausreicht, um Ihre Motivation darzulegen. Diese optionale dritte Seite sollte allerdings nur für die eigene Motivation und den Unternehmensbezug genutzt werden. Aber Vorsicht: Floskeln sind hier nicht erwünscht! 

Mit einer Arbeitsprobe beweisen Sie ihr Können

Insbesondere in kreativen Berufen, wie bei Journalisten oder Designern, werden zunehmend Arbeitsproben gefordert. Diese können auch bei Bewerbungen für einen Studienplatz notwendig sein. Mit ihnen möchte der potenzielle Arbeitgeber bereits im Vorfeld einen Eindruck vom Talent der Kandidaten erhalten. Doch auch eine freiwillig eingereichte Arbeitsprobe kann sprichwörtlich Wunder wirken. Immerhin zeigen Sie somit von sich aus mehr Engagement als andere. Verschaffen Sie sich daher mit sinnvoll ausgewählten Arbeitsproben einen Vorsprung. 

Im Kurzprofil reden Sie Klartext

Das Kurzprofil stellt eine Art Zusammenfassung des eigenen Profils dar. Wie das Deckblatt kommt es vor den Lebenslauf. Dabei werden die eigenen Fähigkeiten und Qualifikationen aufgeführt und können durch einen kurzen und prägnanten 'Marketingtext' als Einleitung unterstützt werden. Dieser sollte zwei bis vier Sätze nach dem Schema ich bin ...  ich kann ... ich will... nicht überschreiten. Außerdem enthält es die Daten des Absenders und des Empfängers. 

Karriere-Meilensteine zeigen Selbstständige und Führungskräfte mit der Projektliste

Ähnlich einem Lebenslauf kann eine Projektliste gestaltet werden. Diese ist jedoch bei Selbständigen oder freien Berufen verbreiteter. Hierbei werden statt der beruflichen Stationen die jeweiligen Projektarbeiten und Verantwortlichkeiten aufgelistet. Die Projektliste enthält somit die Meilensteine einer Karriere wie beispielsweise die Gebäude bei Architekten oder wichtige Fälle bei Anwälten.

Wie Autoren und Experten ihre Publikationen präsentieren

Im wissenschaftlichen Kontext sind Publikationen verbreitet. Deshalb werden bei Bewerbungen in der Forschung oder Lehre die eigenen Veröffentlichungen aufgeführt. Dazu zählen Bücher und Artikel oder Beiträge in Fachzeitschriften. Dabei sind auch die eigene Rolle, das Datum, das Medium, ggf. der Verlag und die Seitenangabe zu benennen.


Experten-Tipp 8 - Bieten Sie mehr!

Bieten Sie von sich aus mehr Informationen an: Betonen Sie mit einer dritten Seite Ihre Motivation! Stellen Sie abermals Unternehmensbezug her und werden Sie konkret! Unterstreichen Sie mit Arbeitsproben, einer Projektliste oder Ihren Publikationen Ihre Kompetenz. Bieten Sie mit Ihrem Kurzprofil eine kompakte Zusammenfassung! Der Personaler wird Ihren Aufwand wertschätzen.