Das Deckblatt zur Bewerbung - kein Muss aber eine Chance

Wir haben den Begriff des Selbstmarketings schon häufiger gesprochen. Ein Deckblatt kann hier ein überzeugendes Instrument sein. Zunächst einmal ist es jedoch kein Muss bei einer Bewerbung. Allerdings bietet es dem Personaler oder der Führungskraft eine hilfreiche Orientierung. So kann ein gut gestaltetes Deckblatt eine Möglichkeit bieten, sich von anderen Bewerbern abzugrenzen und so die eigenen Erfolgschancen verbessern.

Empfehlen wir ein Deckblatt? - Jein!

Ganz klar bietet ein Deckblatt Chancen. So kann der Personaler sich vom Inhalt, der Gestaltung, ja sogar Farbwahl positiv beeinflussen lassen. Das Deckblatt kann also Ihrer Kreativität Ausdruck verleihen und Fürsprecher für Ihre Sorgfalt bei der Erstellung sein. Gleichzeitig birgt es allerdings auch Risiken. Es kommt also darauf an, was mit dem Deckblatt erreicht werden soll und wie es gemacht ist. Grundsätzlich sollten Sie sich bei der Frage nach einem Deckblatt also seiner Vor- und Nachteile bewusst werden.

Warum wir ein Deckblatt befürworten

Für das Deckblatt spricht, dass der Wunscharbeitgeber hier einen ersten, bzw. einen zweiten Eindruck von Ihnen als Bewerber bekommt. Das liegt daran, weil das Deckblatt hinter dem Anschreiben positioniert wird. Es kann Sympathie transportieren und Neugierde auf Seiten des Personalers wecken. Ein Deckblatt bietet die Möglichkeit, mit Farben und graphischen Elementen die eigene Kreativität zu beweisen. Darüber hinaus kann ein individuelles Deckblatt einen hohen Wiedererkennungswert mit sich bringen, weil Sie als Kandidat sich von den anderen Bewerbern abgrenzen können. Außerdem bietet es mehr Raum für Ihr Bewerbungs- oder Portraitfoto und schafft so zusätzlichen Platz im Lebenslauf.

Was gegen ein Deckblatt spricht

Vielleicht haben Sie schon davon gehört: Personaler sind auch nur Menschen. Insbesondere in Zeiten, wo die Online-Bewerbung noch nicht so verbreitet war, sind einzelne Dokumente einer Bewerbung auch mal verloren gegangen. Nicht selten traf es das Deckblatt, weil es häufiger nicht in der Bewerbungsmappe eingeheftet war. Das ist ärgerlich, wenn nur auf dem Deckblatt die Kontaktdaten eines interessanten Bewerbers oder einer interessanten Bewerberin enthalten sind. Nun drehen wir den Spieß um: Was, wenn Sie das Deckblatt mal vergessen? Achten Sie also darauf, Ihre Kontaktdaten auch anderweitig zu übermitteln und vergessen Sie das Deckblatt nicht, wenn Sie sich dafür entschieden haben.

Unternehmen wollen Gewinne erwirtschaften. Sollen Sie auch. Das führt aber dazu, dass beispielsweise bei den Druckkosten gespart wird. Deswegen werden häufig liebevoll und aufwendig gestaltete Deckblätter jedoch nur in schwarz/weiß (s/w) oder mitunter gar nicht ausgedruckt. Grundsätzlich, das bedeutet mit bestimmten Ausnahmen, sollten Sie daher auf großflächige Farbelemente auf dem Deckblatt verzichten. Prüfen Sie auch, ob ihr Deckblatt im s/w-Druck immer noch genauso ansprechend ist, wie in Farbe. 

Ein Deckblatt stellt ein zusätzliches Element einer Bewerbung dar. Noch dazu enthält es ein großes Bild in hoher Auflösung. Das kostet Speicherplatz und ist so maßgeblich für die Dateigröße verantwortlich. Wenn Sie bei einer Email-Bewerbung oder auf einem Online-Portal also an die Grenzen für die Dateigröße kommen, finden Sie Alternativen. Sie sollten Ihre Dokumente im PDF-Format übersenden. Das hatten wir bereits angesprochen. Speicherplatz sparen Sie, wenn Sie eine andere Auflösung wählen. Bei Fotos, die Online verwendet werden, sind dies in der Regel 72dpi. (Eigentlich müssten wir hier von ppi, also pixel-per-inch, statt von dots-per-inch sprechen, weil es sich auf die Darstellung auf Monitoren und nicht auf die Druckausgabe bezieht. Weil wir hier aber niemanden verwirren wollen, verweisen wir auf die Qualität.) Das kann auf dem Deckblatt schon komisch aussehen. Hier sollten Sie einen Kompromiss zwischen Dateigröße und Qualität finden.


Experten-Tipp 11 - Das Deckblatt als Chance verstehen

Erkennen Sie das Deckblatt als ein Instrument des Selbstmarketings! Es kann einen positiven ersten Eindruck begründen oder verstärken. Es bietet dem Leser Orientierung und Struktur. Es transportiert Sympathie und weckt Neugierde. Als Kandidat grenzen Sie sich von anderen Bewerbern ab. Inhalt und Gestaltung bieten Ihnen Raum für Kreativität und erhöhen Ihren Wiedererkennungswert. Mit dem Deckblatt schaffen Sie Platz im Lebenslauf. Beachten Sie allerdings mit dem Deckblatt verbundene Gefahren!



So geht's also richtig

Das hatten wir schon gesagt: Das Deckblatt soll Struktur und Orientierung bieten und die wichtigsten Informationen bereithalten. Tut es das nicht, ist es kontraproduktiv. Deshalb hier nochmal ganz konkret, was Sie beachten sollten, wenn Sie sich für ein Deckblatt entscheiden.

Die Überschrift - klar machen, worum es geht

Zu den Bestandteilen des Deckblatts zählen wir die Überschrift. Diese bezeichnet klar, worum es geht. Deswegen soll das Wort 'Bewerbung' auch klar das Erste sein, was dem Betrachter neben dem Foto auffällt. Sie ist deshalb mit großer Schriftgröße zu versehen.

Das Bewerbungsfoto - neutral, freundlich, seriös

Für das Foto ist ausschließlich ein professionelles Bewerbungsfoto oder ein Porträtfoto aus der jüngeren Vergangenheit zu wählen. Dabei wirken Farbkonflikte zwischen Deckblatthintergrund und Bewerbungsfoto störend. Soll heißen, wenn Sie, warum auch immer, ein oranges Farbelement für Ihr Deckblatt wählen, ist ein leuchtend grüner Bildhintergrund nicht die beste Wahl. Dabei ist es ratsam, dass sich das Porträt deutlich vom Hintergrund abhebt. Übrigens umgeben sich Menschen gern mit Menschen, die eine positive Ausstrahlung haben. Aber was heißt das schon? Wann wirkt jemand positiv auf jemand anderen und wann nicht? Deshalb lieber nicht zu viel! Bleiben Sie so neutral wie möglich. Sie dürfen aber gern (natürlich) lächeln und sich von Ihrer besten Seite präsentieren ohne dabei an Seriosität zu sparen.

Mit Zielposition und Ausschreibungsnummer Orientierung anbieten

Die angestrebte Position samt Ausschreibungs- bzw. Referenznummer gehört ebenfalls auf das Deckblatt. So weiß der Personaler sofort, um welche Position es geht. Es klingt verrückt, aber teilweise haben Personaler zwanzig oder mehr unterschiedliche Positionen zu besetzen für die allesamt unterschiedliche Anforderungsprofile zugrunde liegen. Bieten Sie hier wieder Orientierung und erleichtern es dem Auswählenden. Die Benennung des adressierten Unternehmens macht deutlich, dass es sich nicht um ein Standard-Deckblatt handelt und vermittelt zumindest grob Unternehmensbezug.

Kontaktdaten - richtig und vollständig sollen sie sein

Die Kontaktdaten enthalten den vollständigen Namen, die Anschrift sowie Telefonnummer und Email-Adresse. Hierbei sollten Sie unbedingt auf Richtigkeit (!) und Vollständigkeit achten. Nur weniges ist schlimmer, als wenn die angegebene Telefonnummer ins Leere läuft oder die Einladungs-Email zum Kennenlernen als unzustellbar zurück kommt.

Die Benennung der Anlagen - Vielleicht ein Relikt aus vergangenen Zeiten

Früher stand unter jedem Geschäftsbrief das unterstrichene Wort 'Anlagen'. Das Anlagenverzeichnis weist auf den Lebenslauf, die Zeugnisse sowie Zertifikate und andere Nachweise für Qualifikationen hin. Das Anlagenverzeichnis sollten Sie allerdings nur anführen, sofern auf dem Deckblatt noch Platz ist, ohne dass es gequetscht wirkt. Sonst lassen Sie es lieber weg. Da das Anschreiben vor das Deckblatt gehört, taucht es im Anlagenverzeichnis nicht auf.


Experten-Tipp 12 - So gelingt das Deckblatt

Benennen Sie in der Überschrift des Deckblattes genau worum es geht! Wählen Sie ein aktuelles Bewerbungs- oder Porträtfoto vom Profi. Vermeiden Sie Farbkonflikte. Achten Sie auf Ihre neutral-freundliche und seriöse Wirkung! Bieten Sie Orientierung mit der Wunschposition. Geben Sie Ihre Kontaktdaten immer richtig und vollständig an! Verzichten Sie gegebenenfalls auf das Anlagenverzeichnis.