Lebenslauf - Das gehört hinein

Persönliche Daten - Was muss rein und was nicht?

Starten Sie mit Ihren persönlichen Daten. Dazu zählen neben Ihrer Adresse auch das Geburtsdatum sowie der Geburtsort und Ihre Kontaktdaten. Vermeiden Sie jedoch Dopplungen bspw. mit der Kopfzeile. Verwenden Sie kein Deckblatt, fügen Sie ebenfalls zu Beginn des Lebenslaufes ein qualitativ hochwertiges Bewerbungsfoto bei. Angaben zur Staatsangehörigkeit, dem Familienstand und ihrer Konfession bzw. Ihrem Glaubensbekenntnis dürfen Sie gern weglassen, wenn Sie dadurch Nachteile im Bewerbungsprozess befürchten. Hierbei spräche man von Diskriminierung, die verhindern kann, dass ein Bewerber überhaupt Chancen auf ein Vorstellungsgespräch hat.

Tatsachen Verschweigen? - Erfolgskritische Faktoren im Vorstellungsgespräch klären!

Dabei sollten Sie jedoch bedenken, dass fehlende Informationen grundsätzlich Fragen aufwerfen. Der Eintrag „Geschieden, 2 Kinder“ kann einen Personaler oder eine Führungskraft hingegen schnell davon ausgehen lassen, dass ein Kandidat oder eine Kandidatin wegen fehlender Kinderbetreuung oder Krankheit der Kinder öfter frühzeitig den Arbeitsplatz verlassen würde. Außerdem kann die Scheidung als persönliches Scheitern gewertet werden. Überlegen Sie daher gut, welche Informationen Sie bereits im Lebenslauf mitteilen möchten und welche Fakten Sie sich für das Vorstellungsgespräch aufsparen. Sprechen Sie jedoch alle wesentlichen Punkte, die Ihre Arbeitsfähigkeit negativ beeinflussen können, spätestens im Bewerbungsgespräch an. Denn, verschweigen Sie beispielsweise ein Kind, müssen Sie später garantieren können, dass dieses keinerlei Einfluss auf die Arbeit hat. Somit darf ein verschwiegenes Kind niemals Anlass für ein frühzeitiges Verlassen des Arbeitsplatzes bspw. wegen Krankheit des Kindes sein. Anderenfalls hätte der Arbeitgeber tatsächlich einen Kündigungsgrund. Sofern Ihr Kind relevant für den Arbeitsalltag sein kann, sollten Sie es spätestens im Vorstellungsgespräch thematisieren.

Gliederung - So wird's übersichtlich!

Obwohl Sie Ihren Lebenslauf grundsätzlich chronologisch rückwärts auflisten sollten, gliedern Sie Ihre Erfahrungen so: Als Schüler, Abiturient oder Absolvent starten Sie mit Ihrer Ausbildung und ihrem schulischen Werdegang. Dabei können Sie in Abschnitte unterteilen: Ausbildung (Studium, Schulische Ausbildung), Weiterbildung, Berufliche Erfahrung, Praktika und Nebentätigkeiten. Als Professional starten Sie mit Ihrer beruflichen Vita.  Hier kann eine weitere Unterteilung nach beruflichen Erfahrungen in unterschiedlichen Tätigkeitsfeldern sinnvoll sein. Das hängt jedoch von Ihrem individuellen Werdegang und der angestrebten Position ab. Dabei gilt: Geben Sie zu jeder Position immer Anfangs- und Enddatum, Arbeitgeber, Position und Ort an. Außerdem beschreiben Sie ihre Tätigkeit und Verantwortungen in drei bis fünf Stichworten. Für Ausbildungssequenzen wie Abitur oder Studium geben Sie Ihre Abschlussnote an. Sofern der Titel Ihrer Bachelor- oder Masterthesis für die angestrebte Position relevant ist, sollten Sie diesen ebenfalls thematisieren. Sofern Sie kein Grafik-Designer sind, bleiben Sie bei der gestalterischen Komponente zurückhaltend. Wählen Sie klare Absätze, eine Schriftart, nur wenige Hervorhebungen und bleiben Sie mit der Farbwahl dezent.

Zu viel des Guten - Relevanz entscheidet

Zwei, maximal drei Seiten! Wenn es zu viel wird, müssen Sie kürzen! Dabei gilt, je länger eine Station zurück liegt, desto weniger Relevanz hat sie. Grundschulausbildung und Schülerpraktikum sollten Sie weglassen, sofern Sie andere berufliche Erfahrungen gesammelt haben. Was wichtig ist, sollte an erster Stelle und möglichst ausführlich platziert werden. Weniger wichtigeres rückt nach hinten und wird knapper beschrieben. Allerdings ist der chronologische Ablauf nicht zu verletzen, um die Übersichtlichkeit zu behalten. Produzieren Sie durch das Kürzen aber keine Lücken im Lebenslauf. Das führt ggf. wieder zu Nachfragen oder einem Nichtbestehen im Screening-Prozess. (Screening bezeichnet das gezielte Durchsehen der Bewerbungsunterlagen hinsichtlich der Eignung eines Kandidaten auf eine bestimmte Position oder Stelle).

Ehrlichkeit als Basis - Lückenlos, aber nicht alles

Um keine Lücken zu produzieren, sollten Sie alle Ihre bisherigen Arbeitsverhältnisse auflisten. Aushilfstätigkeiten, die für eine Stelle nicht relevant sind, dürfen Sie aber weglassen. Bleiben Sie dabei bitte ehrlich. So schaffen Sie eine gute Grundlage für ein gelungenes Arbeitsverhältnis. Außerdem stellen falsche Angaben im Lebenslauf einen Kündigungsgrund darstellen, wenn Sie aufgrund der falschen Annahmen eingestellt wurden.

Arbeitsvorbereitung - Lücken im Lebenslauf und Arbeitslosigkeit erklären

Der geradlinige Lebenslauf wird seltener. Was also tun bei Lücken im Lebenslauf oder Arbeitslosigkeit? Hier ist es ratsam, genau zu überlegen, wie sich diese Zeiten als Arbeitsvorbereitung auslegen lassen. Sie sind gereist? Prima! Handelt es sich um Auslandserfahrung? Doch Vorsicht! Immer häufiger verlangen Unternehmen konkrete Nachweise für bspw. ein 'Work-and-Travel-Programme'. Benennen Sie auch Fortbildungen und Kurse, die Sie besucht haben und zeigen Sie auf, warum gerade diese Erfahrungen für die angestrebte Position sinnvoll ist. Interessant kann auch das eigenständige Erlernen von Fähigkeiten wie einer Sprache oder einer (relevanten) Software sein.

Zusatzqualifikationen, Interessen und Hobbies - Ist das wichtig oder kann das weg?

Den Erfahrungen folgen für die Position wichtige Kenntnisse im Lebenslauf. Darunter zählen EDV-Kenntnisse, Sprachen und andere Fähigkeiten mit entsprechender Relevanz. Ebenfalls sollten Sie Zusatzqualifikationen benennen. Auch können Sie stichwortartig Ihre Kompetenzen benennen. Dem folgen sonstige Informationen, die einen Einblick in die Persönlichkeit des Kandidaten ermöglichen.  Hierzu zählen wir Hobbies, Ehrenamt sowie Projekte und Publikationen. Wiederum gilt hier: Ersparen Sie dem Personaler unwichtiges. Machen Sie sich aber auch als Persönlichkeit interessant und vermitteln Sie so einen guten Eindruck. Außerdem platzieren Sie alles, was für die Position interessant sein kann.


Experten-Tipp 14 - So gelingt der Lebenslauf

Beginnen Sie mit den persönlichen Daten! Vermeiden Sie Dopplungen und geben Sie keinen Raum für Diskriminierung. Sprechen Sie erfolgskritische Punkte spätestens im Bewerbungsgespräch an. Gehen Sie chronologisch rückwärts vor. Gliedern Sie sinnvoll und übersichtlich! Nutzen Sie nur eine Schriftart, nur wenige Hervorhebungen und eine dezente Farbwahl. Bleiben Sie unter drei Seiten. Besser sind zwei. Kürzen Sie ohne Lücken zu produzieren. Bleiben Sie ehrlich! Erklären Sie Lücken als Arbeitsvorbereitung anhand von konkreten Tätigkeiten, Kursen und Ihrer Weiterentwicklung! Benennen Sie relevante Zusatzqualifikationen und Interessen.